Raumklima

Wie lebt es sich eigentlich in einem Passivhaus?
Die folgenden Beobachtungen beziehen sich derzeit auf das erste Jahr in unserem Neubau.

Die Temperaturregulierung im Passivhaus ist unserer bisherigen Erfahrung nach anspruchsvoller als gedacht. Aufgrund der sehr starken Aussendämmung ist es schwierig Wärme von innen nach aussen zu befördern. Einmal Haus saugen –mit einem zugegebenermaßen von der EU seit 1. September verbotenen 2,2 kW Modell– bringt einem im wahrsten Sinne des Wortes ins Schwitzen. Ok, das ist etwas übertrieben 🙂 , aber der Effekt ist schon spürbar.
Elementare Bedeutung für die Klimatisierung hat hierbei die Verschattung. Bei einem Passivhaus würden wir auf jeden Fall eine Aussenverschattung empfehlen, da eine Innenverschattung deutlich ineffektiver ist, was das Aufheizen des Gebäudes angeht. Sehr sinnvoll ist eine Zentralsteuerung, die Sonnenstandsabhängig die Verschattung automatisch regeln kann. So ist immer gewährleistet, dass sich im Sommer bei starker Sonneneinstrahlung das Haus nicht unnötig aufheizt.
Der interessierte Leser unserer Blogs wird sicher wissen, dass wir darüber hinaus im Sommer zusätzlich mit der Wärmepumpe passiv kühlen. Auch das trägt zu einem angenehmeren Klima bei und ist unserer Ansicht nach beim Passivhaus schon fast zwingend erforderlich.
Die Königslösung wäre natürlich eine aktive Klimatisierung mit Klimaanlage, was allerdings recht stromintensiv sein dürfte.
In der kälteren Jahreszeit die richtige Wohlfühltemperatur zu treffen ist nicht unbedingt einfacher. Die Heizung wird über die Aussentemperatur geregelt und ist mit Fussbodenheizung generell auch zu Träge um auf Temperaturänderungen durch starke Sonneneinstrahlung schnell genug reagieren zu können. Schöne Herbsttage mit viel Sonne führen also schnell zu einer Überhitzung der südlichen Räume. Hier ist dann wieder die Aussenverschattung hilfreich.

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2 Kommentare zu “Raumklima

  1. Sehr interessant – die Erfahrungen mit der Fußbodenheizung! Da sind/waren wir auch noch skeptisch, ob sich die hohen Mehrkosten lohnen. Aber ich glaube, dass der Komfort – trotz Trägheit höher ist, als mit einer reinen Lüftungsheizung und ein paar Heizkörpern oder elektrischen Zuheizern.

  2. Können wir nur empfehlen! Gerade im Hinblick auf unsere Erfahrung mit zu trockener Luft, wäre die Luftheizung noch ein weiterer Faktor, der dieses Problem verschlimmern würde.
    Die Mehrkosten waren eigentlich auch recht erträglich, knapp 4T€ netto.
    Für Kühlung ist die Fussbodenheizung natürlich auch ein Muss.

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